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Kellerei liftet Cocktail-Klassiker

Die „Cherry Lady“ aus Neubrandenburg startet zu ihrem Silber-Jubiläum
in neuem Gewand und mit einer neuen Rezeptur durch. VON JÖRG SPREEMANN

NEUBRANDENBURG. Thomas Mohr nimmt die leicht taillierte Flasche vom Band, begutachtet deren Füllstand und prüft die Platzierung des Etiketts. Der Aufkleber sitzt exakt an der dafür vorgesehenen Stelle. Zufrieden stellt der Geschäftsführer das Behältnis in die vorwärts ruckelnde Flaschenreihe zurück. Premiere in der Rethra Kellerei Neubrandenburg: Die ersten 15 000 Flaschen der neuen „Cherry Lady“ werden produziert. Das weinhaltige Getränk, das seit 25 Jahren am Standort hergestellt wird, hat eine Verjüngungskur erhalten.
Die angehende Weinküferin Stefanie Krüger prüft in der Rethra Kellerei Neubrandenburg die ersten Flaschen mit der neuen „Cherry Lady“. FOTO: UDO ZANDERGut vier Jahre seien von der Idee zur Abfüllung in die neu entwickelte, unverwechselbare Flasche vergangen, berichtet der 29-Jährige. „Wir haben mit dem Getränk aus spanischem Wein und Kirschsaft eine Nische besetzt, die wir verteidigen und ausbauen wollen“, erläutert er. „Cherry Lady“ sei das Hauptprodukt der Kellerei, die vom ihrem Produktionsprofil her einzigartig in MV sei. 2009 wurde laut Mohr eine Rekordzahl von 650 000 Flaschen des Cocktails verkauft, der seinen geschützten Namen nach dem gleichnamigen Titel von Modern Talking erhalten hat.
Die Rethra Kellerei will stärker auf dem Heimatmarkt präsent sein und hat deswegen ihre „Cherry Lady“ modernisiert. Probleme habe anfangs die Qualität der neuen Flasche bereitet, hier musste der Glashersteller laut Mohr nachbessern. Das habe den Neustart um ein halbes Jahr verzögert, bedauert er. Bei dem Getränk selbst sei die Rezeptur verfeinert worden: „Der Geschmack ist jetzt etwas fruchtiger ausgeprägt." Für das kommende Jahr gibt Mohr die Zielmarke von 1 Millionen Flaschen aus. Helfen sollen dabei der „Cherry Lady“ die Sommerschwestern Himbeere und Cassis, für den Winter befinde sich eine Schoko-Version in der Vorbereitung. Dauerbrenner bleibe aber die Kirsch-Variante, deren Rezeptur die Kellerei ebenso hüte wie ein großer US-Konzern die Zutaten für seine Cola. Mohr verweist auf die dezente Mandelnote, die die „Cherry Lady“ unverwechselbar mache. Ein wenig lüftet er das Geheimnis: Die „besondere Qualität“ des Kirschsaftes sorge für den unverwechselbaren Geschmack. Nun ist Mohr gespannt, wie die neue „Cherry Lady“ ankommt. Die Kellerei sei mit dem Produkt in mehreren Handelsketten vertreten.
„Mit unseren 30 Mitarbeiternstellen wir an die 150 Produkte her“, berichtet der Chef. Rund 6,5 Millionen Liter Wein, weinhaltige Getränke und Spirituosen verlassen seinen Angeben zufolge pro Jahr die Rethra Kellerei Neubrandenburg, ein Tochter-Unternehmen der estnischen Firma Dunkri Kaubanduse. Nicht zuletzt wegen dieser Besitzverhältnisse zählten neben Skandinavien die baltischen Republiken zu den Hauptabnehmern des Unternehmens. Für diese Kunden weise der Standort Neubrandenburg wegen seiner relativen Nähe eine recht günstige Lage auf, meint er.
Quelle:Nordkurier